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Internet - Qualität und Glaubwürdigkeit

Qualität und Glaubwürdigkeit

Eine rechtswirksame Qualitätssicherung im Internet gibt es bislang nicht. Um "gute" und seriöse Informationen zu erkennen, gibt es aber einige einfache Regeln. Übung macht auch im Internet den Meister und je häufiger Ihr durch das Web surft, desto einfacher wird es Euch fallen, Qualität zu erkennen und Informationen zu bewerten. Die Suche im Web ist ein eigenes Thema: Eine aktuelle Übersicht über Funktionsweisen von Suchmaschinen gibt Stefan Karzauninkat auf seiner Website Suchfibel.

Nicht immer sind die Grenzen zwischen kommerziellen und non-profit-Internetangeboten zu durchschauen. Die wichtigsten Kriterien, nach der Ihr eine Website im Schnelldurchlauf bewerten könnt sind:

  • Qualifikation der Internetautoren
  • beabsichtigte Ziele
  • Quellenangaben mit Datum

Seit 1999 gibt es die Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit AFGIS, welche die Aktivitäten zur Qualitätssicherung bündeln soll. Der Verein "Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem AFGIS" will ein qualitätsgesichertes Informationsnetzwerk schaffen, das dem Nutzer mehr Transparenz bietet. Vertreter von Krankenkassen, kommerzielle und non-profit-Informationsanbieter wie INKA, Vertreter staatlicher Einrichtungen und Betreiber unterschiedlicher medizinischer Internetportale diskutieren gemeinsame Richtlinien für Qualitätsanforderungen im Internet.

Augen auf im Internet - eine kleine Checkliste:

  • wählt die Informationen sorgfältig aus, genau so, wie Ihr es in der Auswahl Eurer Ärzte macht. Glaubt nicht einfach per se alles, was im Internet steht.

  • Vertraut Eurem ersten Eindruck einer Website, schaut dann nach dem Urheber im Impressum oder im Kontakt. Wer ist der Herausgeber der Informationen und der Website? Die Angaben findet Ihr in Rubriken, die oft als "Impressum" oder "über uns" gekennnzeichnet sind. Ist es ein Arzt, eine Selbsthilfegruppe, ein Privatmensch, ein kommerzielles Unternehmen?

  • Kennt Ihr den Urheber bereits aus der realen Welt? Welche Interessen könnten sie haben? Findet Ihr keinen Urheber, gebt die URL (sofern sie auf .de endet) in http://www.denic.de ein, dort ist der Domaineigentümer eingetragen. Wer unerkannt bleiben möchte, hat meist etwas zu verbergen. Urheber anderer Domains (z.B. .at, .org oder .com) findet Ihr heraus unter www.allwhois.com.

  • Wie alt oder wie aktuell sind die Informationen? Gerade zu medizinischen Themen braucht Ihr neue Informationen.

  • Könnt Ihr die Information wirklich gebrauchen?

  • Misstraut Websites, die sich für die alleinige Lösung halten und andere Einrichtungen in Misskredit bringen. Ist die Information ausgewogen?

  • Lasst Euch nicht beeindrucken von Links zu seriösen Websites. Jeder kann alle Links ungefragt auf seine Website hängen.

  • Sucht mehrere Informationsquellen in der realen wie in der virtuellen Welt und vergleicht diese.

  • Findet heraus, ob Experten die Seiten betreuen und was sie zum Experten qualifiziert (ein Doktortitel z.B. weist nicht automatisch einen Mediziner aus, er kann auch ein Jurist sein).

  • Achtet darauf, dass Ihr Werbung (bunte Werbebanner) nicht für den Inhalt der Website halten und lasst Euch nicht von "schick" designten Websites blenden.

  • Wenn Ihr persönliche Daten im Netz weiterleiten, lasst Euch versichern, dass Eure Daten vertraulich bleiben.

  • Vertraut Eurem gesunden Menschenverstand, kommt Euch etwas nicht "koscher" vor, meidet die Website einfach.

  • Wenn Ihr Fragen zu der gefundenen Information haben, redet mit Eurem Arzt.

Im klassischen Sinne unseriös sind alle Websites, die Wundermittel anpreisen und die sofortige oder alleinige Heilung versprechen und dies meistens mit einer ominösen Geschichte anpreisen. Leider zeugen auch manche Websites von Ärzten und Krankenhäusern nicht immer von Qualität und Aktualität. Denkt daran, dass eine Website auch ein Marketinginstrument ist.

In den letzten Jahren hat sich auf Gesundheitswebsites die Abbildung des HON-Logos der Health on the Net Foundation verbreitet. Websiten-Betreiber verpflichten sich damit, den Qualitätskriterien der Schweizer Stiftung nachzukommen. Das Logo ist allerdings nur eine hehre Absicht und keine Zertifizierung im Sinne einer geprüften Qualität, denn jeder Webmaster kann sich das Logo herunterladen. Umsicht ist auch geboten, wenn man sich auf Websites der Pharmaindustrie bewegt. Natürlich können die durchaus nützlichen Informationen zu neuen Medikamenten nicht neutral sein.

DENIC
DENIC eG Domain ist eine Gesellschaft, die in Deutschland rund 5 Millionen Domains verwaltet. In "Whois" können Sie nach deutschen Domains suchen, z.B. erfahrt Ihr, dass die Domain "krebshilfe.de" dem Domaininhaber Deutsche Krebshilfe gehört.

Allwhois (Englisch)
Diese Site bietet eine internationale Domainsuche an, z.B. für Domains, die enden auf .net, .ch, .at, .org oder .com. Wie bei Denic gebt Ihr in die Suchmaske als Adresse nicht das "www." mit ein, sondern z.B. nur "cansearch.org", was Euch als Domaininhaber die National Coalition for Cancer Survivorship verrät.

DISCERN
DISCERN ist ein Instrument in Form eines Fragekatalogs. 15 verschiedene Schlüsselfragen sollen Euch helfen, qualitativ gute Informationen über Behandlungsalternativen zu bewerten.

Ärztliche Zentralstelle Qualitätssicherung
Der Patienten-Informationsdienst stellt nicht nur Informationen zu diversen Krebserkrankungen zusammen, sondern bewertet sie auch, u.a. nach den DISCERN-Richtlinien. Das Projekt wurde initiiert von der Ärztlichen Zentralstelle Qualitätssicherung (ÄZQ), einer gemeinsamen Einrichtung von Bundesärztekammer (BÄK) und und Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Quackwatch (Englisch)
"Kleiner Führer durch Scharlatanerie und Quacksalberei zur aufgeklärten Entscheidung" heißt es im deutschsprachigen Untertitel. Informationen zu fragwürdigen Produkten, Dienstleistungen und Theorien und allgemeine Informationen zur Qualität im Internet findet Ihr auf dieser Site.

Internet Healthcare Coalition (Englisch)
Die Organisation hat eine ganze Reihe von Tipps für verlässliche, qualitätsbewusste und ethisch wertvolle Gesundheitsinformationen im Internet.

abgelegt unter:
Buchtipp

Buch-Cover

 

Keimarm kochen

Rezepte und Empfehlungen für Menschen mit Immunsuppression. Rezepte für die Zeit nach einer Transplantation oder wenn aus anderen Gründen keimarm und dabei vitaminreich und schmackhaft gegessen werden soll. Alltagstaugliche Tipps zu Hygiene und keimarmer Zubereitung: "Brat es, koch es, back es oder vergiss es". Die Rezepte in diesem Buch wurden von Ärzten des Universitätsklinikums Würzburg überprüft. Stephan Klein: Keimarm kochen, ISBN 978-3-00-046852-0, 16,95 €


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