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aktualisiert: 12.03.2009
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Krebstherapie

Strahlentherapie - Vorbereitung

Bevor überhaupt eine Behandlung los geht, wird Euch der Strahlentherapeut zu einem Einführungsgespräch bitten. Nehmt Euch Stift und Zettel für Notizen mit und am besten einen Freund oder Partner, vier Ohren hören besser! Auch solltet Ihr Euch vorher überlegen, was Ihr den Arzt fragen wollt, was Euch unklar ist, was Euch beunruhigt. Ein guter Arzt wird sich für dieses Gespräch sehr viel Zeit nehmen. Ihr erhaltet einen schriftlichen Erläuterungsbogen zur Therapie und natürlich müßt Ihr unterschreiben, dass Ihr Euch aller möglichen Nebenwirkungen bewußt seid. Ohne Unterschrift keine Therapie.

Fragt nach, ob der Arzt zusätzliche gute Broschüren o.a. zum Thema kennt. Wenn Ihr irgendwie das Gefühl habt, nicht gut beraten worden zu sein, erkundigt Euch nach einem weiteren Arzt. Die Strahlentherapie ist schließlich ein wichtiger Schritt in Eurem Leben!

Der nächste Termin ist die sogenannte Simulation. Hier werden mit einem Simulator (= Durchleuchtungsgerät) die genauen späteren Strahlenpositionen und Winkel auf den Körper eingestellt und dokumentiert. Dies ist ein sehr aufwendiger Prozeß, er dauert lange und fordert von Euch Geduld, denn Ihr müßt immer wieder sehr stillhalten. Ein ganzes Strahlentherapeuten-Team wird um Euch 'herumwuseln' und Maßarbeit anlegen, damit alles für Euch und Eure Tumore optimal erfaßt wird. Manchmal muß auch hier ein Kontrastmittel gegeben werden (z.B. um die Speiseröhre sichtbar zu machen).

Die Fachärzte sprechen dabei von Bestrahlungsfeldern (z.B. oberes und unteres Mantelfeld = obere Körperregion und Bauchraum). Die Felder werden mit Stiften als Linien auf den Körper markiert. Diese Markierungen dürft Ihr nicht abwaschen, sie dienen den Ärzten zur unbedingten Orientierung!! Alle Einstellungen werden übrigens auch fotografisch festgehalten. Keine Angst, bei einer Kopf-/Gesichtsbestrahlung wird Euch eine Maske angelegt, auf die dann die Striche eingezeichnet werden. Die Zeiten einer 'indianischen' Kriegsbemalung im Gesicht sind also vorbei. (Das empfehlenswerte Buch eines Krebskranken "Der Indianer" von Leonhard Lentz beschrieb diesen Zustand noch). Die Maske wird wie eine Gipsplastik hergestellt, Ihr kennt es vielleicht aus dem Kunstunterricht. Dies kann ein wenig unangenehm sein, Augen und Mund bleiben aber ausgespart! Für Bestrahlungen im Kopfbereich gibt es außerdem ein "Zahngummi", wie Ihr es von einem Zahnabdruck beim Zahnarzt kennt. Ausgestattet wie beim Boxkampf kann es nun losgehen mit der Strahlentherapie. Es sei denn, Ihr ergreift noch vorher einige ergänzende, unterstützende Maßnahmen.

Einige Ärzte und Patienten schwören auf Enzyme (z.B. Wobe Mugos), Organseren (z.B. Factor AF 2), Thymuspräperate und hochdosierte Vitamine. Nicht für jede Tumorart wäre dies förderlich. Dies ist unbedingt mit Eurem Arzt abzuklären. Das Problem ist meistens, daß Hausarzt/Facharzt und Strahlentherapeut oft nicht einer Meinung sind.

Erst kommt das Gespräch, dann Eure Entscheidung, danach die Simulation und erst jetzt beginnt die Therapie. Plant also immer etwas Zeit ein.

Bei einer Bestrahlung im Mundbereich werden die Weisheits- und wurzelbehandelten Zähne vorher gezogen, da sie sich eher entzünden und somit eine mögliche Gefahr darstellen! Dies ist zwar unangenehm, aber angesichts der Tatsache, daß man geheilt werden könnte, doch aushaltbar, oder?

Meine Strahlentherapie fand in einem heißen Aprilmonat statt und unter den T-Shirts mit V-Ausschnitt leuchteten die Markierungen. Immer wieder sprachen mich Menschen darauf an. Am besten waren die Kommentare von Kindern, die meinten: "Ey, ist das cool!" Alles also eine Ansichtssache



 
 
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