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Das Informationsnetz für Krebspatienten und Angehörige

aktualisiert: 02.10.2008
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Über INKA

Gründung

Als bei mir im Januar 1995 Morbus Hodgkin, Stadium II a (eine bösartige Lymphdrüsenerkrankung) diagnostiziert wurde, war ich 27 Jahre alt und hatte viele Fragen und wie ich feststellte, ging das den anderen Patienten ebenso.

Die ungewohnte Lebenssituation, mit der Krebspatienten und ihre Angehörigen durch die Erkrankung auf einmal konfrontiert werden, wirft eben eine Menge Probleme und Ängste auf. Probleme, die oft im Krankenhaus nur unzureichend geklärt werden können. Es gibt zwar eine große Anzahl staatlicher und privater Institutionen, Vereine und Selbsthilfegruppen, die sich um das körperliche, seelische und finanzielle Wohl von Patienten kümmern. Wenige Patienten bekommen jedoch bereits vor oder im Krankenhaus Kontakt zu diesen Einrichtungen.

Sofort nach meiner eigenen Diagnose ging ich in eine Bibliothek. Das Nachschlagewerk erschlug mich förmlich: Leider tödlich stand dort unter Morbus Hodgkin, nicht heilbar. Glücklicherweise schaute ich auf das Erscheinungsdatum: 1978! In fast zwanzig Jahren hatte sich doch einiges in der Krebsforschung getan und meine ersten Erkundungen über Krebs im Internet gaben mir Recht: Morbus Hodgkin läßt sich heilen! Steve aus Salt Lake City, eine amerikanischer Krebsveteran, schrieb mir sofort: Do not panic, keine Panik also, er habe selbst Hodgkin gehabt, vor 12 Jahren, ja scheiße war es, aber aushaltbar und zu schaffen, aber jetzt hätte er leider keine Zeit mehr, er wolle zum Langlaufen, in der Nacht sei frischer Schnee gefallen. Ich habe geheult, so gerührt war ich, welch Hoffnung und Lebensgenuß! Und ich war nicht allein!

Als es mir wieder besser ging, entwickelte ich daher das Projekt INKA und mit Hilfe von Freunden und der Unterstützung der Hamburger Krebsgesellschaft e.V. entstanden die ersten Plakatwände für Hamburger Krankenhäuser.

Im März 1996 entwickelten Paul Flanagan und ich die erste INKAnet-Homepage auf AOL. Damals gab es fast ausschließlich englischsprachige Sites, INKA war daher ein echtes Novum und wir wußten nie genau, ob es überhaupt einen "Markt" für unser Angebot gab. Viele Emails, verzweifelte Anfragen nach Therapien in letzter Minute, Hinweise auf weitere Adressen, interessante Veranstaltungen und viele sehr persönliche Danksagungen zeigten uns, daß wir auf dem richtigen Weg waren.

Im September 1998 startete INKA in Kooperation mit der VHS Hamburg mit den ersten Internetkursen für Krebspatienten und Angehörige - ein weiteres Pilotprojekt für Deutschland.

Im März 2001 erschien das Buch zu INKA "Leben ist wenn man trotzdem lacht - Diagnose Krebs: Wie ich im Internet Hilfe und Hoffnung fand". Im selben Jahr evaluierte ein Team aus Hamburger Gesundheitsstudenten zusammen mit der Forscherin Birgitt Höldcke unsere Internetkurse - womit wir wieder ein wichtiges Thema aufgreifen konnten.

Seit November 2001 ist INKA ein gemeinnütziger Verein, der sich unabhängig von meiner Person trägt und ein echtes Netzwerk bildet, in dem neue Selbsthilfegruppen entstehen und Menschen sich gegenseitig unterstützen können, egal ob sie Gesunde, Kranke oder Trauernde sind.

Im September 2004 übergab der Verein INKA die Domain INKAnet.de und deren Pflege an die gemeinnützige Theodor Springmann Stiftung und verschaffte dem Onlineprojekt damit ein "institutionelles Zuhause". Der Förderverein INKA e.V. unterstützt die Stiftung in ihrer Arbeit an INKAnet.de finanziell und ideell.

INKA hat das Thema Patient und Internet in Deutschland sehr mitgeprägt und ich schaue auf diese wunderbare Entwicklung mit Staunen und auch mit Stolz zurück. Allen Beteiligten danke ich vom Herzen und ich wünsche uns weiterhin Kraft und Spaß an der Arbeit mit INKA und seinen Menschen.

Anja Forbriger, Berlin

September 2004




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