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aktualisiert: 03.11.2011
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Buchtipp
 
Tanz- und Körpertherapie

Tanztherapie hat so wenig mit einem Standardtanz zu tun wie Kunsttherapie mit der klassischen Kunst. Vielmehr geht es um die Chance, sich ohne Worte auszudrücken, vielleicht dabei seinen Körper neu zu entdecken und Spaß zu haben. Die Tanztherapeutin Dr. Hanne Lang erzählt genaueres:

Leben ist Bewegung. Bewegung ist etwas Fundamentales im Leben: Wir bewegen uns ständig, und ständig ist Bewegung in uns. Bei einer Krankheit gerät besonders viel in Bewegung: Der Körper setzt Stoffe und Zellen in Gang, um die Krankheit zu bekämpfen und Wachstum von gesundem Gewebe zu fördern. Und wir fühlen uns aus der Bahn geworfen, in unserem Leben zutiefst erschüttert. Bewegung hat etwas zu tun mit Freude, Trauer, Schmerz, Heilung, Spannung, Kreativität... . Zusammensein mit anderen. Tanzen in einem privaten Ritual. Die Möglichkeiten unseres Körpers Erfahren. Wenn wir uns innerlich "bewegt" fühlen, spüren wir auch etwas in unserem Körper. Manchmal sind wir so bewegt, daß Tränen fließen oder das Zwerchfell zuckt.

Warum Tanz- und Körpertherapie?

Gerade bei einer so schweren und lebensbedrohlichen Erkrankung wie der Krebserkrankund bieten Tanz- und Körpertherapien die Möglichkeit, die gesunde Lebenskraft in uns wieder zu entdecken, die durch die Krankheit und die langwierigen Therapien verloren zu gehen scheint.

Auch können wir mit unserem Körper Ausdrucksmöglichkeiten finden für die schwierigen Gefühle, für die es kaum eine Sprache zu geben scheint. Angst, Schmerz und Trauer können miteinander geteilt werden, gleichzeitig finden wir in der Vielfalt unserer Wahrnehmungs- und Bewegungsmöglichkeiten  immer wieder Quellen der Ruhe und Entspannung und von Spaß, Freude und Glück.
Gemeinsam mit anderen finden wir unseren eigenen Weg  für eine Bewältigung der Krankheit, die alle Ebenen der Körper-Seele-Geist- Einheit einschließt

Wie wirken Tanz- und Körpertherapie? - Wissenschaftliche Hintergründe:

Aus der  Sportwissenschaft wissen wir, dass Bewegung angstmindernd und  depressionshemmend wirkt und allgemein die Stimmung positiv verändert. Ergebnisse aus der Psychoneuroimmunologie, die die Wechselwirkungen zwischen seelischen Vorgängen, dem Nerven- und dem Immunsystem erforscht, lassen vermuten, daß körpertherapeutische Verfahren besonders geeignet sein könnten, dieses für den Verlauf der Krebskrankheit so wichtige Wechselspiel positiv zu beeinflussen, weil es der Kern körpertherapeutischer Methodik ist, mit dem Zusammenspiel von körperlichen und psychischen Vorgängen zu arbeiten. Die moderne Säuglingsforschung zeigt, daß viele unserer Reaktionsweisen auf äußere und innere Einflüsse ganz früh in unserem Leben geprägt werden, lange bevor wir sprechen können, und sich daher vor allem körperlich ausdrücken. Tanz- und Körpertherapie ermöglichen einen Zugang zu diesen Reaktionsmustern, die in einer schweren Krise wie der Krebskrankheit von besonderer Bedeutung sind. Aus Kulturwissenschaft und Medizinethnologie kennen wir die lange Tradition des Tanzes als Begleitung besonderer Anlässe oder großer Veränderungen im Leben, die ihn zu einem kraftvollen Medium gemeinschaftlicher Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen werden läßt.

Was passiert in der Tanztherapie?

In der Tanztherapie geht es vor allem darum, unsere eigenen Bewegungen zu finden, in denen wir unsere Lebendigkeit und die  Quellen unserer Lebensenergie spüren und gleichzeitig Stimmungen und Gefühle ausdrücken können. Da dies für viele Menschen erst einmal ungewohnt ist, helfen uns Übungen zur Körperwahrnehmung, vorgegebene Bewegungen und Tänze sowie Vorstellungsübungen, unsere Ausdrucksmöglichkeiten kennenzulernen.
Und dafür müssen wir nicht etwa gut tanzen können oder gar körperlich sehr belastbar sein! Es sind die jedem Menschen inne wohnenden kreativen Energien und die Lust an Spiel und Bewegung, die Tanz- und Körpertherapie zu einer wichtigen Unterstützung des Heilprozesses werden lassen. Dazu gehören auch Übungen in Ruhe und Entspannung, Phantasiereisen, in denen wir Körperprozesse visualisieren, Partnerübungen und das gemeinsame Gespräch.

DAMIT DAS LEBEN ZU EINEM TANZ UND DER TANZ ZU EINER FEIER DES LEBENS WIRD!

Anbieter:

Viele Rehakliniken bieten eine Tanztherapie an, so daß Ihr dort eine Möglichkeit habt, diese Methode erst einmal kennenzulernen.

Dr. Hanne-Doris Lang
Praxis für körperbezogene Psychotherapie und Psychoonkologie; Tel. 040/28409388, E-Mail: hd.lang@t-online.de

Hamburger Krebsgesellschaft
Tel. 040/460 42 22

Seminare mit Elana Mannheim, Tanztherapeutin BTD
http://www.onkodanza.de/
Neu hinzugekommen ist das Seminar für krebsbetroffene Mütter und ihre jugendlichen Töchter.
Weitere Infomationen hierzu unter: http://tanztherapie-nach-krebs.de/

Sonnenbergklinik
Bad Sooden-Allendorf

Volkshochschulen
Arbeitsgruppe "Leben mit Krebs" der Volkshochschule Hamburg

Berufsverbände und Institute:

Deutsche Gesellschaft für Tanztherapie
gibt einmal im Jahr die Zeitschrift "Tanztherapie" heraus, mit Texten, Literaturempfehlungen und Beispielen aus der Praxis. Auszüge sind online einzusehen.

DITAT
Deutsches Institut für tiefenpsychologische Tanztherapie und Ausdruckstherapie e.V.. Rilkestr. 103, 53225 Bonn, Tel. 0228/467900

Berufsverband der Tanztherapeutinnen Deutschlands BTD e. V.

BTAT (Berufsverband tiefenpsychologisch ausgerichteter TanztherapeutInnen)
Geschäftsstelle: c/o Brigitte Müller, Altonaer Str. 5A, 20357 Hamburg, Tel. 040/4396253

P.I.TTH.
Psychotherapeutisches Institut für Tanztherapie
Max-Brauer-Allee 72, 22765 Hamburg, Tel. 040/3892379 oder
P.I.T.TH.-Regionalinstitut Berlin: Weydinger Str. 10, 10178 Berlin, Tel. 030/2411632

Buchtipp:

Röhn, Gabriele: 
Tanz ins Leben Wissenschaftlerin mit Forschungsschwerpunkt Hirntumore erkrankt selbst an Brustkrebs. Den Schock der Diagnose, die Mühlen der Therapie sowie das neue Leben danach - all dies hat sie in einem Tagebuch niedergesschrieben.



 
 
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