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Lebenswege Zwei Tipps für Freunde Der Wille, eine positive Einstellung und viele gute Freunde erleichtern die Sache ungemein. Alles Gute! Britta, Mai 1999 Hallo Anja, habe in unserer Zeitung von Dir und Deinem Projekt gelesen. Ich bin 26 Jahre alt und im Dezember 1997 an Hodgkin erkrankt. Seit Januar 1999 bin ich offiziell wieder gesund geschrieben und fühle mich auch so. Bei mir ist alles ziemlich gut gelaufen. Klar, am Anfang war ich auch ziemlich geschockt, aber für mich gab's nur eins: Ich wollte leben. Deshalb habe ich alle negativen Gedanken einfach beiseite geschoben und nach dem Motto gelebt: Mit Optimismus schaffe ich diese Krankheit. Aber der Optimismus hat mir nicht allein geholfen. Alle meinen lieben Freunde haben mich ganz doll unterstützt. Ich möchte anderen zwei Tips geben, die mir bei meinem Gesundwerden super geholfen haben. 1. Die erste Idee stammt von zwei Freundinnen. Als sie von meiner Krankheit erfuhren, haben sie sich überlegt wie sie mir helfen können. Dabei kam ihnen die Idee des Wichtelns. Sie haben allen meinen Freunden, Familienangehörigen, Arbeitskollegen und Bekannten Briefe geschickt mit der Aufforderung, mit ihnen zu meinen Wichteln zu werden. So hatte ich fast täglich kleine Aufmerksamkeiten im Briefkasten, vor der Haustür, in der Zeitung, der Manteltasche etc. Das war für mich sehr schön zu wissen, alle denken an mich. Genauso spannend war für mich die Aufgabe, herauszufinden, wer denn nun für mich gewichtelt hatte. Ich wußte damals ja noch nicht, daß so viele liebe Freunde dahinterstecken. Als ich wieder gesund war, habe ich eine große Wichtel- und "Hurra, ich bin wieder gesund"-Party veranstaltet, auf der dann das Geheimnis der Wichtel gelüftet wurde. 2. Die zweite Idee habe ich mir ausgedacht, als sicher war, daß ich aufgrund der Chemotherapie meine Haare verlieren würde. Für mich war klar, daß ich keine Perücke tragen wollte, da ja doch alle wußten, daß das nicht meine Haare sind. Also habe ich unter meinen Freunden einen Wettbewerb ausgeschrieben. Sie alle sollten mir Kopfbedeckungen schenken, egal ob gekauft, genäht, gestrickt, gehäkelt oder sonstwie. Am Ende - auf der Party habe ich sie dann prämiert und Preise verschenkt. Dadurch habe ich ganz viele tolle und völlig unterschiedliche Kopfbedeckungen bekommen und meine Freunde hatten das Gefühl, daß sie etwas sinnvolles für mich tun können. So, dies sind meine Anregungen für einen tollen Umgang mit der schweren Krankheit Krebs. Ich dachte mir, daß es vielleicht auch andere interessieren könnte, wie man etwas unbeschwerter mit der Krankheit umgehen kann. Mir jedenfalls hat das sehr gut geholfen und ich wünsche mir, daß auch andere die Kraft und soviele gute Freunde haben wie ich. Britta |
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