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Humor Clownsworkshops Der vielfältige Clown - mutig und stark, zart und heftig, ängstlich und traurig - bietet vor allem Kranken die Chance sich auszudrücken. Der Clown darf alles ausprobieren! Seine Neugierde macht auch vor dem scheinbar Alltäglichen nicht halt. Das Dramatische oder Problematische kann plötzlich urkomisch werden. In Situationen, in denen wir uns "normalerweise" zurückziehen oder vor Angst den Atem anhalten, nimmt der Clown womöglich Anlauf und springt mitten hinein. Der Clown kümmert sich um Verletzungen, ohne sich dabei selbst zu verletzen. Er bewahrt immer seine Würde und zwar aus dem Herzen heraus. Sogenannte Mediclowns werden schon seit einigen Jahren in Kinderkliniken eingesetzt. Aber auch Erwachsene freuen sich an dem Clown. Clownsworkshop speziell für Patienten bietet nun Kolibri in Köln an. Die Ärztin und Tauchlehrerin Petra Klapps (echter Name!) führt behutsam an den eigenen Clown heran. Und irgendwann habt Ihr dann eine rote dicke Nase. Ob die Welt damit anders aussieht? Oder ihr darin? Hier ein Bericht von Anja als Clown: Im Januar 1999, vier Jahre nach meiner "Diagnose" machte ich mich daran, den eigenen Clown zu erkunden. Ein ganz wunderbares Erlebnis. 10 Menschen, die sich einen halben Tag "Ja" schreiend durch einen Raum bewegen, rennen, kullern, hüpfen, sich rempeln, umständlich begrüßen. Die eigenen Grenze zur Peinlichkeit kommt bei jedem zu einem anderen Zeitpunkt. Bei mir war sie leider recht schnell erreicht. Sich überwinden, zulassen, daß der Clown alles darf, ist ganz schön schwer. Mindestens eine Stunde lang habe ich immer "Nein" gemeint, gedacht, gefühlt, als ich "Ja"-sagend durch den Raum ging. Und die Grenzüberschreitung macht mutig, auch übermütig. Ja! Jaaaaa! Jawohllll! ja! ja! JAAAAA! Die berühmte Traurigkeit des Clowns war aber auch da. Wo es Grenzen gibt, sind meist auch Schmerzen zu spüren. Körperlich, da der Clown recht beweglich ist, und nach einer Weile bin ich außer Atem und am nächsten Tag habe ich Muskelkater! Als ehemalige Krebspatientin spüre ich aber auch meine psychischen Grenzen, bin ganz nah an meinen Ängsten und am zweiten Abend des Wochenendworkshops bin ich so traurig, daß ich mich auf mein Zimmer zurückziehe. Der Clown darf ja auch weinen. Am nächsten Tag ist der Clown ausgeruht und hat einen riesen Schritt nach vorn gemacht. Er hat sich gewundert und gefreut, dass er zwei Beine hat und zwei Arme und die kann er bewegen und damit andere Menschen berühren. Meine rote Nase ist wie ein Triumph und ich fühl mich stark. Während der Fahrt von Köln nach Hamburg kann ich mich kaum beherrschen wildfremden Leuten im Zug meine Nase zu zeigen... Noch eine ganze Woche danach habe ich innerlich JA! gesagt. Ganz laut, Ja! Im Auto durch die Scheiben geschrien, im Kopf quer durch die Stadt. Vor "schwierigen" Terminen habe ich nun immer meine rote Nase dabei. Und für alle die da noch zweifeln, empfehle ich den Hollywood-Schinken "Patch Adams", ein Arzt der Patienten mit Humor kommt, kann nicht der verkehrteste sein, besser noch: der Patient wird selbst der Clown. |
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