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Fernost Taiji Wer Taiji übt, übt sich in Sanftheit und in einer in der eigenen Mitte ruhenden Fähigkeit bei sich zu bleiben und nachgiebig zu sein. Das Starre ist sehr viel leichter zu knicken als das Weiche. Taijiquan oder kurz Taiji (alte Schreibweise: T'ai Chi) nimmt unter den Bewegungskünsten zur Pflege der Lebensenergie eine besondere Stellung ein. Der Begriff bedeutet "gemäß der Weisheit des Zusammenspiels von yin und yang mit leerer Faust kämpfen". In diesem komplexen Namen wird daraufhingewiesen, daß ein taoistisch geprägtes Lebensverständnis zugrunde liegt und daß es Bezüge zur Kampfkunst gibt, die gewaltlos aufgefaßt wird. Taiji ist bekannt durch seine runden, fließenden, ästhetischen Bewegungen und dient den Übenden zunächst dazu, ein zentriertes Körperbewußtsein und entspannten Körpereinsatz zu lernen. Die Art der Bewegung ist eine Wohltat für Muskeln, Sehnen und Bänder, die wieder in ein harmonisches Zusammenspiel finden. Die weichen Bewegungen besänftigen den Geist. Umgekehrt braucht es Konzentration, die ungewohnten Abläufe zu üben, was den Geist in den Körper holt und ihm so Ruhe gibt. Taiji ist Meditation - Meditation in der Bewegung. In den Gruppen kommen oft Menschen zusammen, die gern eine Form der Meditation kennenlernen möchten, aber keine Geduld oder Neigung zum Stillsitzen haben. Sie treffen sich hier mit Menschen, die einen körperlichen Ausgleich suchen, sich aber möglicherweise eher für unsportlich halten. Taiji ist auch Qi Gong. es dient dem freien Fluß, dem Ausgleich und der Kräftigung unserer Lebensenergie Qi. Taiji hat sich in den letzten Jahren im Westen sehr verbreitet und wurde dabei gelegentlich auf etwas reduziert, was wir leichter begreifen können: es wird heute vielerorts einfach als schonende Bewegungsgymnastik unterrichtet. Der Aspekt des Qi Gong fällt dabei unter den Tisch, und der weise und nur langsam zu entschlüsselnde Hintergrund des Taiji als Lebenskunst wird als Fast-Food verkauft. Sich auf die tieferen Aspekte einzulassen, ist eine Herausforderung und braucht wie alles Wesentliche im Leben Zeit sich zu entwickeln. Der Kampfkunstaspekt des Taijiquan läßt sich mit dem Lieblingsbild der Taoisten, dem fließenden Wasser andeuten. Nichts ist gewaltloser und weicher als fließendes Wasser und doch schleift es in seiner unerbittlichen Nachgiebigkeit Felsen ab, umfließt Hindernisse und bahnt sich beharrlich seinen Weg. Mit der Zeit fließt das, was man im Taiji übt, mehr und mehr in die eigene Lebenshaltung und den Alltag mit ein. Wer sich gelassen und mit innerer Heiterkeit durchs Leben bewegt, fordert keinen Streit heraus. Er macht einfach immer weniger Angebote zu einem aggressiven Umgang. Die meisten Menschen, die zum Taiji kommen, wollen etwas für ihre Gesundheit tun. Oft haben sie Rückenprobleme, Streß belastet sie, sie suchen Ausgleich zu einem Alltag, der sie von sich wegbringt und ihnen viel abverlangt. Taiji bietet sich für sie an, da es den Übenden auf der ganz konkret körperlichen Ebene abholt und gleichzeitig weit darüber hinausgeht. So ist es für den einen Menschen eine Entspannungsübung, die Spaß macht und für den anderen ein spiritueller Weg, der im Körperlichen gut verwurzelt ist. Tai Chi Chuan Webforum |
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