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Fernost Erfahrungen einer Übenden Ein Schüler fragt den Meister: Wie lange dauert es bis ich Taiji kann? Sieben Jahre, antwortet der Meister. Und wenn ich mich ganz doll anstrenge?, fragt der Schüler befliessen. Dann dauert es 20 Jahre, spricht der Meister. Taiji hat mich schon als Studentin fasziniert, die langsamen sehr ästhetischen Bewegungen drückten eine große innere Ruhe aus und zeugten gleichzeitig von hoher Konzentration. Im Medienzeitalter brachten das sogar Fernsehbilder 'rüber... Mein erster Versuch an der Uni ging prompt schief: die alte Baracke, welche Ort der Ausübung sein sollte, fiel nach der ersten Stunde in sich zusammen. Dies hatte natürlich nichts mit einem zuviel an studentischer Lebensenergie als vielmehr mit dem Mangel an Geld seitens der Universität zu tun.... Meinen zweiten Versuch startete ich kurz nach dem Ende meiner Strahlentherapie über einen Zeitungsbericht der damaligen Lehrerin. Der Kurs hat mir sehr geholfen und obwohl ich viel mehr Rücksicht auf mich und meine noch wacklige körperliche Verfassung nehmen mußte als die anderen Taiji-Teilnehmer, war ich erstaunt, wie gut es mir bekam. Vor allem die "Aufwärmübungen" aus dem Qi Gong waren eine sehr intensive Erfahrung. Mir schien es, als hätte ich überhaupt zum ersten Mal in meinem Leben Kontakt zu meinem Atem erhalten. Ein ganz wunderbares Erlebnis. Und so konnte ich nach und nach meine "gebeutelten" Körperteile kennen- und schätzenlernen. Übrigens: manchmal rührt das Qi Gong auch an Emotionen und die eine und andere Stunde war ich reichlich gerührt und den Tränen nahe und das fühlte sich zwar ungewohnt, aber gut an! Irgendwann wurde meine Taiji-Lehrerin krank - ja auch so etwas gibt es! - und ich mußte mir eine neue Lehrerin suchen. Ein ganz und gar nicht einfaches Unterfangen! Zumal es soviele Taiji-Formen gibt. Ich rief das Netzwerk Taijiquan an, durchstöberte regionale Kleinanzeigen etc. und probierte einige Lehrer und Orte aus, aber nichts sagte mir so Recht zu. Ein Vierteljahr lang suchte ich und gab dann einfach nach (aber nicht auf!). Ich hatte so ein Gefühl, daß eines Tages der oder die richtige zu mir kommen würde. Und so war es dann auch. Ein Jahr später gab mir eine Freundin das Branchenbuch für selbständige Frauen und ich - die eigentlich nach einer Steuerfachfrau suchte- fand meine neue Lehrerin. Und inzwischen ist wieder ein Jahr vergangen, Taiji hilft mir auf vielen Ebenen, besonders an den Tagen, an dem es mich eigentlich lieber zum Sofa zieht als in die Taiji-Gruppe, werde ich meistens belohnt und bin dann - im wahrsten Sinne des Wortes - jedesmal heilfroh, daß ich Taiji mache. Taiji ist etwas persönliches, aber auch die Stimmung in "meiner" Gruppe ist mir wichtig und so freue ich mich, daß die Mitübenden so heiter und beschwingt, ja geradezu liebevoll miteinander umgehen. Nämlich nicht nur der Lehrer sollte Euch sympathisch sein, auch Eure "Kollegen", denn ab und zu kann auch eine auch Partnerübung vorkommen, da ist es natürlich netter, es mit einem vertrauensvollen Menschen zu tun zu haben! Also guckt Euch um und berichtet 'mal, wie es Euch bekommen ist. |
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